Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren in Samnaun fast alle Einheimischen Selbstversorger. Dementsprechend hatten sie Nutztiere, für die es im ganzen Jahr genügend Futter brauchte. Dies war im Samnauntal allerdings eine sehr schwere und mühsame Arbeit. Die Hänge wurden bis auf manche Bergspitzen von Hand gemäht, um genug Futter für ihre Tiere zu haben. Dies war sehr anstrengend, da es zu der Zeit noch keine modernen Mähmaschinen gab, musste alles mit der Sense geschnitten werden.

Die Bauern bauten auf ihren Wiesen Pilla und Schupfa, um das Heu für den Winter bei der Wiese zu deponieren. Die Pilla sind kleine Heustadel mit Flachdach. Die Schupfa mit vier Holzpfähle und einem einfachen Bretterdach wurden an denjenigen Orten gebaut, wo im Winter regelmässig Lawinen niedergingen: Sobald das Heu im Tal war, wurden die vier Holzpfähle und das Bretterdach auf den Boden gelegt, damit die Lawine den Wetterschutz nicht zerstörte. Die Heulagerung bei den Wiesen erfolgte hauptsächlich aus zwei Gründen: In den Ställen gab es nicht genügend Platz, um das ganze Heu zwischenzulagern. Zudem waren die Wiesen auf dem Berg im Sommer nicht mit Fuhrwerken zugänglich, und die Bauern holten das Heu im Winter mit Heuschlitten ins Tal. Dies war eine gefährliche Arbeit. Eine Strecke mit dem Heuschlitten führte über einen gefrorenen Wasserfall beim Ravaischer Salaas.

Im Bereich Tschischanaderet und Gulas sieht man auch heute noch die "Gonda", in der Hangrichtung verlaufende Lesesteinhaufen. In diesen Bereichen kommen im Frühling häufig Lawinen, welche auch Geröll mitbringen. Die Bauern schichteten das Geröll zu den Gonda auf, welche gleichzeitig die Parzellengrenzen bildeten. Mit den modernen Maschinen wäre es heute viel praktischer, wenn die Steinhaufen beseitigt würden, diese sollen jedoch als einmaliges Kulturgut erhalten bleiben.

Mehr von der Landwirtschaft in Samnaun erfahren Sie im Buch "Vom alten Leben in Samnaun", welches von Herrn Karl Jenal-ruffner geschrieben wurde. Das Buch ist in der Gäste-Information Samnaun erhältlich.

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