Aua Forta - 6. Wassertage Engadin Scuol

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Quelltuff am Überlauf der Bonifacius-Quelle bei Plan d'En © Dominik Täuber


Vorankündigung:

Aua Forta - 6. Wassertage Engadin Scuol von 16. bis 22. März 2018

Schlusswort Aua Forta 2017

Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Gäste, werte Einheimische, liebe Freunde des Unterengadins

Wir blicken zurück auf 7 Tage ganz im Zeichen des Wassers, im Herzen vom Wasserschloss Europa, mitten in der Mineralwasser-Region Engadin Scuol. 

Und wir ziehen Bilanz: Die Kraft und Bedeutung des Wassers ist gross, sie ist allgegenwärtig, und sie wird unterschätzt. 

Wasserfragen betreffen uns alle gemeinsam, und jeden von uns im Einzelnen.

Wir haben in den letzten 7 Tagen an 11 Veranstaltungen 2 Exkursionen und 2 Ausstellungen auf die Bedeutung und die Kraft des Wassers hingewiesen. 

Die unterschiedlichsten Aspekte, Ansprüche, und Potentiale rund um das Wasser stellen einerseits eine grosse Herausforderung dar, andererseits verbinden sie uns alle in unsere Abhängigkeit.

Rund 400 Leute – ein Rekord – liessen sich unter dem Motto „Wasserkraft – Kraft des Wassers“ auf die Thematik ein, liessen sich informieren und mitreissen, wachrütteln und inspirieren.

Wir durften die Grossbaustelle des Gemeinschaftskraftwerks Inn besuchen, den Beruf des Brunnenmeisters von Scuol kennenlernen und von der Kraft des Wassers in der Bibel erfahren.

Referate zur Heilkraft der Mineralquellen, über das Projekt eines Integralen Wassermanagements in der Region bis hin zu Brunnengemeinschaften im Unterengadin und in der Sahelzone öffneten uns die Augen. 

Wir durften mit Fachleuten die Bedeutung des Inns aus Biologischer und Touristischer Sicht beleuchten und zeitgenössische Ausstellungen am und zum Wasser in Nairs bestaunen, Direkt am Nabel des Unterenagdiner Kurtourismus.

Und wir durften Expertenmeinungen zur Denkmalpflege sowie zur Regionalität und Verortung von Trinkwasserquellen hören 

Das war es wert, darauf sind wir stolz und dafür sind wir dankbar.

Nach einer ganzen monothematischen Woche sollten wir am heutigen UNO-Tag des Wassers ein bisschen weiter, ein bisschen gescheiter sein und erkennen, worum es geht: 

Wasserfragen betreffen uns alle – und jeder von uns kann handeln.

Wer, wenn nicht wir

  • die wir vom saubersten Wasser zehren und damit leben, Wirtschaften und werben
  • die wir glaubwürdig und konsequent an kritische Fragen herangehen

Wo, wenn nicht hier

  • mitten im Wasserschloss Europas im (vermeintlichen) Wasserreichtum,
  • umgeben von Mineral- und Heilquellen, die seit über 100 Jahren Gästen aus allen Himmelsrichtungen anlocken.

Wann, wenn nicht jetzt

  • wo selbst uns Schweizern, Berglern und Engadinern die Endlichkeit der Ressource Wasser bewusst wird
  • wo die Handlungsmöglichkeiten noch vorhanden und intakt sind

Und auch im Bezug auf das „Was“ und das „Wie“ sollten wir uns mittlerweile einig sein – Jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten, aber alle Gemeinsam und vereint. Es braucht den Blick auf die unterschiedlichen Ansprüche und Potentiale. Wir brauchen den Austausch, brauchen den Dialog über alle Branchen und Nutzungsgruppen, über Grenzen hinaus. Genau das wollen wir mit dieser Veranstaltungsreihe erreichen. 

Ich danke an dieser Stelle von ganzem Herzen der Fundaziun Pro Aua Minerala, die als Trägerin die Veranstaltungsreihe überhaupt ermöglicht. Dann danke ich allen beteiligten Referenten und Organisationen für den wertvollen inhaltlichen Beitrag, meinen Mitarbeitenden Philipp Kemmler, Yvonne Schuler und Dominik Täuber für die hervorragende Planung, Organisation sowie die fotografische Dokumentation der ganzen Anlässe. Und natürlich danke ich im Namen von uns allen vor allem Ihnen, liebes Publikum, für das Interesse und das Engagement in dieser Thematik. 

Die 5. Aua Forta – Wassertage Engadin Scuol sind damit abgeschlossen und Geschichte, Die Planung für die sechste Auflage der Veranstaltungsreihe kann also beginnen. Denn auch wir bleiben dran, und freuen uns, mit Ihnen auch im nächsten Jahr lokalen, regionalen aber auch globalen Wassserfragen auf den Grund zu gehen. Anlässlich der 6 Aua Forta Wassertage Engadin Scuol vom 16. bis 22. März 2018.

Grazcha fich ed a revair als dis da l’aua 2018

Niculin Meyer
Direktor a. i., Leiter Kommunikation

Programm der Aua forta 2017

Alle Veranstaltungen mit freiem Eintritt. 

Donnerstag,
16. März

Kulturraum Bogn Engiadina (BES) in Scuol,
20.00 Uhr

«Wasser und Gesundheit»
Vortrag über mögliche Heilwirkungen von Mineralwässern mit Dr. Christian Casanova. Im Anschluss Mineralwasserdegustation einiger Quellen.

Freitag, 
17. März

Treffpunkt: Vor dem BES an der Stradun,
14.30 Uhr

«Mit dem Brunnenmeister durchs Mineralwasserdorf»
Exklusive Brunnentour mit Gisep Derungs zur Brunnensituation und Wasserversorgung in Scuol.

Nairs, Zentrum für Gegenwartskunst,
ab 18.00 Uhr

«Kulturensemble Nairs: SPOT ON 2»
Eröffnung und Vernissage der SPOT ON 2 Ausstellung im Zentrum für Gegenwartskunst in Nairs.

Kulturraum BES in Scuol,
20.00 Uhr

«Wasser – ein nicht ersetzbares Juwel im Engadin»
Von vier Gastrednern wird Wasser im Unterengadin aus vier unterschiedlichen Perspektiven (ökonomisch, ökologisch, strategisch, soziokulturell) vorgestellt. In Zusammenarbeit mit der Pro Terra Engiadina.

Samstag,
18. März

Nairs, Zentrum für Gegenwartskunst,
15.00 Uhr

«Kulturensemble Nairs: SPOT ON 2»
Führung mit Christof Rösch durch die neue Ausstellung im Zentrum für Gegenwartskunst, inklusive Live-Performance „Büvetta acustica“ von Leo Bachmann.

Nairs, Zentrum für Gegenwartskunst,
19.00 / 20.00 Uhr

Generalversammlung der Pro Büvetta Tarasp
19.00 Uhr Öffentliche Versammlung des Vereins zur Rettung der Trinkhalle
20.00 Uhr Gastvortrag von Nott Caviezel, Präsident der EKD, Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege.

Sonntag,
19. März

Baselgia - ref. Kirche St. Georg in Scuol 10.00 Uhr

Gottesdienst in der Baselgia St. Geer
Thematischer Gottesdienst mit Pfarrer Jon Janett, mit anschliessendem Apéro am Bügl da Plaz.

Gemeindesaal im Schulhaus 17.00 Uhr

Konzert mit dem Brunnenmeister
Der Brunnenmeister von Scuol lädt zum Frühjahrskonzert der Blaskapelle "Blazenka" mit böhmischer Blasmusik ein. 

Montag, 
20. März

Treffpunkt:
Kulturraum BES 13.30 Uhr

«Ein Wasserkraftwerk entsteht»
Baustellenbesichtigung des neuen Innkraftwerks zwischen Martina und Prutz, mit Michael Roth, Geschäftsführer der Engadiner Kraftwerke.

Cafè Benderer, Scuol,
20.00 Uhr

«Lebens- und Erlebnisraum Inn»
Fachreferat mit Lukas Barth, Outdoor-Sportanbieter und Biologe, und George Hein, Leiter des Wildwassersportanbieters Engadin Adventure.

Dienstag,
21. März

Hotel Traube,
20.00 Uhr

«Brunnengemeinschaften im Unterengadin und Afrika»
Referat von Historiker Paul Grimm über Brunnengemeinschaften in Unterengadiner Dörfern. Im Kontrast dazu stellt Marco Gilly, ehemaliger Mitarbeiter der UNHCR, seine Erfahrungen bzgl. Brunnenbauprojekte in der Sahelzone vor.

Mittwoch,
22. März UNO-Weltwassertag

Kulturraum Bogn Engiadina (BES) in Scuol,
20.00 Uhr

«Mineralwasser: Regionalität und Wert von Quellwasser»
Vorträge der Unternehmer Urs Grütter, Lokales Wasser Zürich, und Urs Schmid, Geschäftsführer Passugger Mineralquellen AG, über den regionalen Wert und die Wertigkeit von Mineralwasser. Danach Abschluss-Apéro mit der Biereria Engiadinaisa.

 

PUSCH-Ausstellung: Während der ganzen Aua forta-Wassertage Engadin Scuol vom 16. bis 22. März 2017 steht in der Passarelle des Bogn Engiadina eine Ausstellung der Stiftung Praktischer Umweltschutz (PUSCH). An 6 Stationen lernen Kinder und Jugendliche allerlei Wissenswertes rund ums Thema Wasser und Wassernutzung. > PDF mit weiteren Informationen 

Schlusswort Aua Forta 2016

Unter dem Motto „Wasser, was mich betrifft…“ hat die Tourismus Engadin Scuol Samnaun Val Müstair AG (TESSVM) unter dem Patronat der Stiftung Pro Aua Minerala sieben Veranstaltungen organisiert. Die TESSVM zieht eine positive Bilanz. Zum vierten Mal in Folge hat es sich gezeigt, dass eine ganze Veranstaltungsreihe zu verschiedenen Aspekten eines Themenkreises Sinn macht. Der Event krönt die Anstrengungen und das Engagement der Trägerschaft „Fundaziun pro aua minerala“, der TESSVM und ihrer Partner in der zentralen Produktlinie Wellness und Gesundheit, die ihrerseits auf dem Wasser basiert, welches Ursprung ist der touristischen Entwicklung im Unterengadin. Die Veranstaltungen haben sowohl Einheimische wie auch Gäste und Fachleute interessiert, was zu einer sehr interessanten Zusammensetzung des Publikums führte.

Wichtige lokale und regionale Themen
Die Veranstaltungen zu den Unwetter-Ereignissen 2015 und zur technischen Beschneiung im Skigebiet Motta Naluns haben aktuelle Fragen von regionaler Bedeutung aufgenommen und den Hintergrund beleuchtet. Jon Carl Stecher zeigte die Auswirkungen der Unwetter, Martin Keiser vom Amt für Wald und Naturgefahren spannte den Bogen zu Graubünden. Egon Scheiwiller und Walter Erni gewährten einen Einblick in die Technik und in die komplexen Zusammenhänge der technischen Beschneiung. Der Meteorologe Daniel Gerstgrasser von Meteo Schweiz zeigte anhand der langjährigen Entwicklung auf, dass das Unterengadin zu den trockensten und sonnigsten Gebieten der Schweiz gehört und wie unter ganz besonderen Voraussetzungen auch hier der Regen zu einer sehr grossen Gefahr werden kann. Der Abend zur Wellness-Entwicklung mit Kathrin Spiller liess einen Blick in die Zukunft werfen. Die Wassertage waren auch wieder Plattform für die Generalversammlung der Pro Büvetta Tarasp, welche unter Leitung von Werner Reichle unvermindert für ihr zentrales Anliegen, die Erhaltung der Büvetta, kämpft. Der Wert dieses Gebäudes wurde im Vortrag von Ludmila Seifert, Geschäftsleiterin des Bündner Heimatschutzes, sehr eindrücklich aufgezeigt: „Die Büvetta veredelt diesen Ort“, sagte sie. Bernhard Simon, der Glarner Architekt, war weit gereist und sehr erfahren, bevor er das Gebäude von Welt bewusst für diesen Ort konzipierte. Paul Eugen Grimm, bekannter Historiker aus Ftan, spannte den Bogen aus der europäischen Geschichte zu Nairs. Er begann in jener Zeit, als Tarasp noch zu Österreich gehörte und sich Tarasp und Scuol spinnefeind waren. Christof Rösch, Leiter des Zentrums für Gegenwartskunst Nairs, zeigte, wie aus den historischen Mauern an diesem wichtigen Ort Neues entstehen kann. 

Das Wasser wie einen Schatz behandeln
Der UNO-Weltwassertag 2016 war dem Trinkwasser gewidmet. Klaus Lanz, Verfasser einer aktuellen Studie des WWF zum Trinkwasser im Engadin, zeigte auf, wie sich der Trinkwasserhaushalt vor dem Hintergrund der Klimaveränderung verändert und wie Anpassungsszenarien aussehen könnten. Er lobte das Quellwasser als das beste Trinkwasser überhaupt und unterstrich dessen Bedeutung für die Einheimischen, aber auch für die Tourismuswerbung. Lanz sprach vom Wasser als „Schatz“ und motivierte die Akteure, das Wasser auch als Schatz zu behandeln. In der anschliessenden Podiumsdiskussion erfuhr das Publikum von Jon Carl Stecher, Leiter Bauamt Gemeinde Scuol, Anne Mengus, Hotellière des Hotels Belvédère und Gerhard Hauser, Direktor Bogn Engiadina und Präsident der Fundaziun pro aua minerala interessante und neue Hintergründe zu ihrer Beziehung zum Wasser. Beispielsweise zum Trinkwasserbedarf und den Investitionsvorhaben der Gemeinde Scuol, zum Trinkwasserprojekt der Belvédère-Hotelgruppe mit Buthan und zum Wassermanagement im Bogn Engiadina.

Die „Aua forta – Wassertage Engadin Scuol 2016“ schloss Gerhard Hauser mit der Information ab, dass der Stiftungsrat entschieden hat, die Veranstaltungsreihe vom 16. bis 22. März 2017 fortzusetzen.

Rückblick 4. Wassertage 2016

Tag




Ort/Zeit




Programm

Mittwoch,
16. März

Hotel Belvédère Scuol,
20.00 Uhr

«Wellness 3.0 – Zukunft der Wellness- und Bäderkultur»
Vortrag von Kathrin Spiller (grischconsulta), mit Gerhard Hauser (Bogn Engiadina Scuol)

Donnerstag, 
17. März

Talstation Motta Naluns,
13.30 Uhr Skiexkursion

«Beschneiung und Wassermanagement am Berg»
Exkursion im Skigebiet mit Egon Scheiwiller (Direktor Bergbahnen Motta Naluns) und Walter Erni (Schneimeister)

Künstlerhaus NAIRS Scuol,
18.30 Uhr mit anschl. Apéro

«Nukleus NAIRS, seine Geschichte(n) und sein Potenzial»
Kulturhistorischer Rundgang mit Dr. Paul E. Grimm (Historiker) und Christof Rösch (NAIRS)

Freitag, 
18. März

Bogn Engiadina Scuol, 
19.00 Uhr Kulturraum

Generalversammlung der Pro Büvetta Tarasp
Öffentliche Versammlung des Vereins für die Rettung der Trinkhalle in Nairs.

Bogn Engiadina Scuol, 
20.00 Uhr mit anschl. Apéro

«Architekturgeschichtliches zur Trinkhalle Büvetta»
Fachreferat und Diskussionsrunde mit Ludmila Seifert (Bündner Heimatschutz), Men Duri Arquint (Architekt) und Werner Reichle (Pro Büvetta Tarasp)

Montag, 
21. März

Haltestelle Scuol, Serras,
14.00 Uhr (bei der Loipe)

«Die Unwetterschäden im Sommer 2015»
Exkursion und Fachreferat mit Martin Keiser (Amt für Wald und Naturgefahren) und Jon Carl Stecher (Bauamt der Gemeinde Scuol)

Cafè Benderer, Scuol
20.00 Uhr

«Regen ist Wasser; manchmal zu viel, bisweilen zu wenig»
Fachvortrag von Daniel Gerstgrasser (Meteo Schweiz), im Anschluss: Filmvorführung ‘Chasing Ice‘
> Präsentation (PDF)

Dienstag, 
22. März,
UNO-Weltwassertag

Bogn Engiadina Scuol, 
20.00 Uhr, im Kulturraum mit anschl. Apéro

«Trinkwasserknappheit im Engadin»
Fachvortrag von Dr. Klaus Lanz (Naturwissenschafter und Wasserforscher, International Water Affairs), im Anschluss: Podiumsgespräch
> Präsentation (PDF)

Rückblick 3. UNO-Weltwasserwoche 2015

Samstag,
21. März

Chasa da scoula Scuol
Sala cumünala
20.00 Uhr

„Und wo bleibt das Wasser?“ mit Moritz Leuenberger und Risch Biert

Was bedeutet Wasser für den ehemaligen Umwelt-, Verkehrs-, Energie- und Kommunikationsminister? Ein Transportweg? Ein Energiespender? Ein Umweltelement, das geschützt werden muss? Oder bedeutet es sogar viel mehr? Ist Wasser Ursprung unseres Leben, unserer Sprache Kultur und Religion? Zu diesen und anderen Fragen versucht Moritz Leuenberger am Samstag, 21. März, Antworten zu finden.

Die Rede von Moritz Leuenberger wird eingerahmt mit Musik. Der Pianist Risch Biert (sein Vater stammte aus Scuol) wird Ausschnitte aus der Suite "A la riva da l'En" vom Bündner Komponisten Armon Cantieni interpretieren sowie das Prélude von Claude Debussy "Des pas sur la nège" vortragen. Im Weiteren erklingt eine eigene Improvisation über ein Gedicht des Engadiner Lyrikers Andri Peer.

Nach der Rede von Moritz Leuenberger wird der ehemalige Spitzenpolitiker mit Wasserbotschafter Ernst Bromeis ins Gespräch kommen. Noch offene Fragen können auch vom Publikum gestellt werden. 

Sonntag, 22. März

Baselgia refuormada
Scuol
10.00 Uhr

„Verbindet uns mehr als das Wasser?“ mit Jon Janett und MusikschülerInnen

Der Gottesdienst ist fester Bestandteil der UNO-Weltwasserwoche. Die Auseinandersetzung mit der Ethik und auch Moral soll auch christlicher Sicht dargelegt werden. Pfarrer Jon Janett wird Verbindliches sagen.  Zitat: „Das Bedürfnis nach Wasser und die Abhängigkeit von Wasser verbindet die Menschheit, die Geschöpfe ganz allgemein. So kann es uns auch im Engadin, wo wir noch gutes Wasser im Überfluss haben, nicht gleichgültig sein, was an anderen Orten betreffend Wasser geschieht.“

Als Organisatoren freut es uns, dass auch junge einheimische Musikerinnen und Musiker den Gottesdienst mitgestalten werden. Die Musikschule Unterengadin beteiligt sich mit einem Blechbläserensemble und einem Querflötenduo an der UNO-Weltwasserwoche. Diese Schülerinnen und Schüler umrahmen die Messe mit 3 oder 4 „Wasser“-Stücken musikalisch und werden dabei vom Organist Ernst Bromeis-Hatecke begleitet.

Sonntag,
22. März
UNO-Weltwassertag

Plaz
Scuol
11.00 Uhr

„Viva l’aua!“

Im Anschluss am Gottesdienst findet beim Bügl Plaz unter der reformierten Kirche die offizielle Feier der 3. UNO-Weltwasserwoche statt. Der offizielle Akt am bügl/Brunnen mit der frei fliessenden aua forta ist gleichzeitig der offizielle UNO-Weltwassertag. Regierungsrat Jon Domenic Parolini, ehemaliger capo da Scuol, Tourismusdirektor Urs Wohler und Organisator Ernst Bromeis werden gemeinsam mit der Bevölkerung am Wasser anstossen. Alle sind herzlich eingeladen mitzufeiern. 

Montag, 
23. März

Biblioteca populara
Scuol
Chasa du Parc
17.00 Uhr

„BLAUES GOLD“ – Ein Märchen aus den Bündner Bergen mit Annetta Baumann und Uorschla Rauch

Annetta Baumann erzählt in „BLAUES GOLD“ von der Bedeutung des Wassers als essentielle Lebensgrundlage. Ein Herrscher beschliesst: „Nun soll einer meiner Söhne König werden!“ Jeder der drei möchte auf dem Thron sitzen! Der Vater verspricht: „Wer den grössten Schatz des Reiches findet, der darf die Krone tragen.“ Zwei Prinzen sammeln auf ihrer Reise unermessliche Schätze. Der Jüngste begegnet erst einer arglistigen Hexe und erfährt später das Geheimnis der Quellnymphe. Für welchen der Prinzen entscheidet sich der König? Die Märchenstunde richtet sich an Kinder im Alter zwischen 5 und 10 Jahren. Die Eltern- und Grosseltern sind herzlich willkommen. 

Montag, 
23. März

Bogn Engiadina
Scuol
20.00 Uhr
Eintritt CHF 10,-

„ Kon-Tiki – mit dem Floss Kulturen verbinden“ 

Letztes Jahr war es noch ein visuelles Experiment im und am Wasser. Jetzt schon nicht mehr wegzudenken. Auch die 3. UNO-Weltwasserwoche wird mit zwei Filmabenden bereichert. Die Filmvorführungen finden im speziellen Ambiente statt, nämlich im grossen Becken des Bogn Engiadina Scuol. 

Die Reise der Kon-Tiki wurde zur Legende: Der junge norvegische Forscher Thor Heyerdahl überquert 1947 auf einem selbst gebauten Floß aus Balsa-Hölzern, genannt Kon-Tiki, die Weiten des pazifischen Ozeans – mit ungewissem Ausgang. Die riskante Forschungsreise ist für den Norweger die einzig reale Chance, seine revolutionäre Theorie zu beweisen: Polynesien wurde vor 1500 Jahren zuerst – und zwar genau mit einem solchen Floß - von Südamerika aus besiedelt.

Fast 8000 Kilometer lang segelt der Nichtschwimmer auf dem primitiven Floß zusammen mit einer fünfköpfigen Crew über das offene Meer. Ohne jegliche moderne Ausrüstung ist die Kon-Tiki den Naturgewalten tagtäglich ausgesetzt. Die Geheimnisse der Tiefsee, gewaltige Orkane und brutale Haiangriffe in Kombination mit großen Emotionen und Konflikten innerhalb des kleinen Teams lassen die Tour zu einem der spektakulärsten Abenteuer des 20. Jahrhunderts werden.

Die Filmbesucherinnen und Filmbesucher dürfen die Vorführung in Badehose und Badekleid aus dem Wasser oder Barfuss und in legerer Bekleidung am Beckenrand im Kinostuhl geniessen.

Dienstag,
24. März

Café Benderer
20.00 Uhr

„Tropfen bilden einen Bach. Bäche bilden einen Fluss. Flüsse bilden einen Strom“ mit Werner Reichle

Vor dem Anlass mit Köbi Gantenbein findet die ordentliche Generalversammlung der Pro Büvetta Tarasp statt. Der Verein für die Rettung der Trinkhalle wurde vor drei Jahren gegründet. Dazu der Präsident Werner Reichle: „Pro Büvetta Tarasp“ hat mit meiner Begeisterung für das Baujuwel, der Büvetta, begonnen. Allmählich hat sie sich verbunden mit dem Element Wasser und mit der Idee der neuen Nutzung als Weltwasserzentrum „Pol des Wassers“. Eine Generalversammlung kann zwar trocken sein, doch steter Tropfen höhlt den Stein und gibt die Hoffnung, dass bald die Geldströme fliessen!

Ich freue mich auf Ihren Besuch.“ Die Versammlung ist öffentlich.

Café Benderer
20.45 Uhr

„Trennen Mauern was ursprünglich verbunden war?“ mit Köbi Gantenbein

Nachdem 2014 Gion A. Caminada uns beehrt hat, freuen wir uns auf eine weitere prägende Persönlichkeit im Bereich der Architektur: Köbi Gantenbein. Der Herausgeber der Architektur- und Designzeitschrift Hochparterre beschreibt sich folgendermassen: „Die Wasserbiografie. Jahrelang war mir das Buch «Wilde Wasser - starke Mauern» das liebste; bald begeisterte mich das Können der Ingenieure und Baumeister, doch ich studierte auch den Zusammenhang zwischen Wasser, Brücken und Umweltzerstörung. Und schliesslich lief ich allen grossen Flüssen Graubündens von der Quelle bis zur Kantonsgrenze nach.“Seit 1988 „baut“ er heute mit 14 Kolleginnen, fünf Kollegen und einer Lehrtochter an Hochparterre. 2013 erhielt er den Zürcher Journalistenpreis. Seit 2014 ist Köbi Gantenbein Präsident der Bündner Kulturförderungskommission. Und - er war mal Bademeister...

Mittwoch,
25. März

Hotel Aurora
Ardez
20.00 Uhr

„Ardez liegt am Rhein“ mit Ernst Bromeis

Der Grenzschwimmer ist in Ardez aufgewachsen. Am bügl in Tuor hat er sein Velo gewaschen und die selbstgemachten Wasser-Spritzen für den heidnischen Wasserbrauch „San Jon“ mit Brunnenwasser gefüllt. Um schwimmend die Welt zu erkunden musste er den bügl in Ardez verlassen. Mit seinen extremen Schwimm-Projekten unter dem Titel „Das blaue Wunder“ hat Bromeis eine einmalige und unnachahmliche Geschichte geschrieben. Was in den unzähligen Seen Graubündens 2008 begann endete 2014 nach 1200 Rheinkilometern in der Nordsee, im Meer. In seinem Vortrag erzählt er offen von seinen Expeditionen, sinniert über Training, Exposition, Scheitern sowie Glück und spricht über die Vision, als Wasserbotschafter seinen eigenen Weg zu gehen. Bromeis’ Fazit: „Auch der bügl in Tuor ist mit dem Rhein verbunden.“

Donnerstag,
26. März

Chastè da Tarasp
Festsaal
17.00 Uhr
Kollekte

„Alles im Fluss“ mit Irma Wehrli und Jörg Perron

Es wird eine Premiere anlässlich der UNO-Weltwasserwochen in Engiadina Bassa. Ein kulturelles Eintauchen und ein „pas de deux“ hoch oben im Chastè da Tarasp. Der einheimische Konzert-Organist Jörg Perron wagt es, die historische Orgel im Schloss aus dem Winterschlaf zu wecken.  
Die Wassermusik von Georg Friedrich Händel auf dem wilden Inn, das wäre wohl etwas schwierig: die Musiker würden wohl oft aus dem Takt geschüttelt. Aber über dem Inn, im Schloss Tarasp, auf der grossen romantischen Orgel mit ihren vielfältigen klanglichen Möglichkeiten im fürstlichen Saal,  da kommt die festliche Musik „königlich“ zur Geltung.

Die Musik von Händel wiegt sich im Zwischenspiel mit den Worten von Thomas Wolfe im „pas de deux“. Der Schriftsteller Thomas Wolfe (1900-1938), ein Kultautor für Generationen junger Amerikaner, ist tief eingetaucht in den Fluss der Zeit und hat dabei sein blaues Wunder erlebt. Die hochgelobte und mit Preisen ausgezeichnete Übersetzerin Irma Wehrli liest aus dem Roman „Von Zeit und Fluss“ und nimmt Sie mit in den Sog einer überschäumenden Prosa. Der Schnee schmilzt, das Wasser fliesst. Prümavaira es qua.

Donnerstag,
26. März

Bogn Engiadina Scuol
Grosses Wasserbecken
20.00 Uhr
Eintritt CHF 10,-

„Watermark – Ein Film von schrecklicher Schönheit“ 

Der zweite Filmabend ist nach dem Abenteuer- und Historienfilm Kon-Tiki einem anderen Genre gewidmet. 

Ohne Wasser gibt es kein Leben, keine Zivilisation, keine wirtschaftliche Entwicklung. Wasser wird gestaut, um Energie zu gewinnen, es wird umgeleitet, um Wüste in Farmland zu verwandeln und Städte bewohnbar zu machen – meist mit verheerenden Konsequenzen. Der Dokumentarfilm EDWARD BURTYNSKY WATERMARK der mehrfach ausgezeichneten Regisseurin Jennifer Baichwal und dem international bekannten Fotografen Edward Burtynsky lädt auf eine beeindruckende Reise zu verschiedenen Orten auf der Welt ein, die der menschliche Eingriff in den Wasserkreislauf tiefgreifend verändert hat.

EDWARD BURTYNSKY WATERMARK erzählt in 20 Geschichten, gefilmt in 10 Ländern rund um den Globus, von der Lebensnotwendigkeit und der Schönheit des Elements Wasser. In teils aus der Luft aufgenommenen Bildern schlägt EDWARD BURTYNSKY WATERMARK einen eindrucksvollen Bogen vom grössten Staudamm der Welt im chinesischen Xiluodu über das ausgetrocknete Flussdelta des einst mächtigen Colorado und den U. S. Open of Surfing in Huntington Beach bis hin zum bewegenden Kumbh Mela Fest in Allahabad (Indien), wo sich 30 Millionen gläubige Hindus bei einem gleichzeitigen rituellen Bad im Ganges reinwaschen.

«Ein Film von schrecklicher Schönheit.»
3sat Kulturzeit

«Hinreissend schöner Film mit Bildern, die man so noch niemals gesehen hat.» Radio1

Freitag,
27. März

Amt für Migration
Graubünden

„Flüchtlingsproblematik Wasserwege“ mit Christian Rathgeb u. Anja Klug

Vor der Abend-Veranstaltung in Scuol kommt es in Chur zu einem Treffen zwischen Bündner Regierungsrat Christian Rathgeb und Anja Klug vom UNHCR. Christian Rathgeb ist Vorsteher des Departements fürs Justiz, Sicherheit und Gesundheit und Verantwortlich für das Amt für Migration. Am Erfahrungs-Austausch zwischen der „Basis“ und dem UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) werden auch Marcel Suter (Amtsleiter Amt für Migration und Zivilrecht) und Georg Carl (Abteilungsleiter Asyl und Vollzug, Amt für Migration und Zivilrecht) teilnehmen. 

Das Gespräch ist nicht öffentlich. 

Freitag, 27. März

Bogn Engiadina
Scuol
Sala culturala
20.00 Uhr

„Lampedusa – eine zivilisatorische Odysee“ mit Anja Klug UNHCR

Die Geschichte des Unterengadins mit seinen Menschen ist eine Migrations-Geschichte. Engadinerinnen und Engadiner wanderten aus, suchten Ihr Glück im Süden bis Sizilien oder gingen in den Osten bis nach Moskau. Menschen kamen aus allen Europäischen Himmelsrichtungen um im Engadin ihre Existenz aufzubauen. Sie alle waren Wirtschaftsflüchtlinge. 

Was die Menschen damals mit den heutigen Flüchtlingen verbindet, ist die Not wegziehen zu müssen, obwohl die Angst vor dem Unbekannten und die Trauer vor dem Verlust, auch der eigenen Identität, für uns wohl unvorstellbar ist. 

Im Süden Europas nutzen tausende von Flüchtlingen in ihrer Verzweiflung die Wasserverbindungen im Mittelmeer um ihr Glück auf dem Europäischen Festland zu finden. 

Die UNO-Weltwasserwochen haben die Ambition auch aktuelles Welt-Geschehen aufzugreifen und in einem lokalen Kontext zu stellen. Die Veranstaltung „Lampedusa – eine zivilisatorische Odysee“ soll diesem Anspruch gerecht werden. 

Im Anschluss wird traditionellerweise Tourismusdirektor Urs Wohler die 3. UNO-Weltwasserwoche 2015 mit einigen persönlichen Gedanken abschliessen. 

Rückblick 2. UNO-Weltwasserwoche 2014

Zum zweiten Mal stand das Unterengadin eine ganze Woche im Zeichen des Wassers. Von Sonntag, 16. März bis Samstag, 22. März 2014 wurde das Wasser anlässlich der 2. UNO-Weltwasserwoche auch aus der Sicht der Eigen-Verantwortung beleuchtet. 

Schlussbilanz 2. UNO-Weltwasserwoche 2014 (PDF)

Rückblick 1. UNO-Weltwasserwoche 2013

Im Jahre 2013 wagten die Organisatoren mit der Programmgestaltung einen Bogen zwischen der einheimischen Wasserkultur und den globalen Wasseraspekten zu schlagen.
Dieser Grundgedanke der UNO-Weltwasserwoche wurde auch dieses Jahr fortgesetzt. Die zentrale Frage war in diesem Frühling: Gibt es in einer globalisierten Welt eine individuelle Verantwortung?
Unsere Welt ist globalisiert. Dies ist eine Tatsache und kaum jemand in der Wirtschaft, in der Politik, in der Kultur, im Sport oder in der Umwelt wird dies verneinen. Was uns Menschen verbindet ist nicht nur unsere Abhängigkeit vom Wasser sondern auch die Abhängigkeit von übergeordneten Entscheidungen, welche unser aller Leben betreffen und die Ströme auf dieser Welt lenken.
Wo bleibt aber die Verantwortung des Individuums? Kann ich als einzelner Mensch mitgestalten oder bin ich nur ein Tropfen auf einem heissen Stein? Oder muss ich sogar selber Verantwortung übernehmen und darf die Entscheidungsprozesse nicht einfach „nach oben“ delegieren?
Ernst Bromeis-Camichel,
Organisator UNO-Weltwasserwoche und Wasserbotschafter

Vortrag Jean Ziegler

Helvetas

Helvetas ist eine der erfahrensten und grössten Entwicklungsorganisationen der Schweiz. Als politisch und konfessionell unabhängiger Verein wird Helvetas von rund 100’000 Mitgliedern und Gönnern sowie 12 ehrenamtlich tätigen Regionalgruppen getragen. Der Schwerpunkt der Tätigkeit von Helvetas liegt in der Projektarbeit im Ausland. In Afrika, Asien, Südamerika und Osteuropa setzt sich Helvetas dafür ein, dass sich die Lebensbedingungen benachteiligter Menschen in ländlichen Regionen verbessern. Die Projekte konzentrieren sich auf die Bereiche Wasser und Infrastruktur (Wasser- und Sanitärversorgung, Brücken und Wege), Landwirtschaft und Markt (Ernährung, Biolandbau und Fairer Handel),Umwelt und Klima (Boden, Wald und Wasser), Bildung (Alphabetisierung und Berufsbildung) sowie Demokratie und Frieden (Menschenrechte und Kultur).

Wir wollen dem Süden eine Stimme geben. Erfolgreiche Entwicklungsarbeit erfordert nicht nur Aktivitäten im Süden, sondern auch Veränderungen im Norden. Als Verein mit breiter Mitgliederbasis engagiert sich Helvetas daher auch im Inland. Mit Informations- und Sensibilisierungsarbeit sowie über die Tätigkeit des FairShops will Helvetas die Schweizer Bevölkerung auf die Lebenssituation und Anliegen der Menschen in Entwicklungsländern aufmerksam machen und sie anregen, das Engagement zugunsten benachteiligter Gemeinschaften im Süden mitzutragen und auf die Entwicklungspolitik der Schweiz einzuwirken.

Mit einem Film wie Congo River – Beyond Darkness wollen wir auch für uns Schweizer und Schweizerinnen fremde Lebensräume ins Zentrum rücken und die reiche afrikanische Kultur aus Entwicklungsregionen zeigen. Im Fall von Congo River ist der Vergleich mit dem Lebensraum rund um den Inn sehr interssant – wie unterschiedlich die beiden Welten entlang dieser unterschiedlichen Flüsse doch sind! Helvetas ist sehr gerne bei dieser UNO-Weltwasserwoche im Engadin dabei. Wasser ist eines unserer zentralen Anliegen.