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Die 3. UNO-Weltwasserwoche findet von Samstag, 21. März bis Freitag, 27. März 2015 statt.

Rückblick: Vom Tropfen auf den heissen Stein

Zum zweiten Mal stand das Unterengadin eine ganze Woche im Zeichen des Wassers. Von Sonntag, 16. März bis Samstag, 22. März 2014 wurde das Wasser anlässlich der 2. UNO-Weltwasserwoche auch aus der Sicht der Eigen-Verantwortung beleuchtet. 

Schlussbilanz 2. UNO-Weltwasserwoche 2014 (PDF)

Gibt es in einer globalisierten Welt eine individuelle Verantwortung?

Im Jahre 2013 wagten die Organisatoren mit der Programmgestaltung einen Bogen zwischen der einheimischen Wasserkultur und den globalen Wasseraspekten zu schlagen.
Dieser Grundgedanke der UNO-Weltwasserwoche wurde auch dieses Jahr fortgesetzt. Die zentrale Frage war in diesem Frühling: Gibt es in einer globalisierten Welt eine individuelle Verantwortung?
Unsere Welt ist globalisiert. Dies ist eine Tatsache und kaum jemand in der Wirtschaft, in der Politik, in der Kultur, im Sport oder in der Umwelt wird dies verneinen. Was uns Menschen verbindet ist nicht nur unsere Abhängigkeit vom Wasser sondern auch die Abhängigkeit von übergeordneten Entscheidungen, welche unser aller Leben betreffen und die Ströme auf dieser Welt lenken.
Wo bleibt aber die Verantwortung des Individuums? Kann ich als einzelner Mensch mitgestalten oder bin ich nur ein Tropfen auf einem heissen Stein? Oder muss ich sogar selber Verantwortung übernehmen und darf die Entscheidungsprozesse nicht einfach „nach oben“ delegieren?
Ernst Bromeis-Camichel,
Organisator UNO-Weltwasserwoche und Wasserbotschafter

Programm UNO-Weltwasserwoche 2014

Sonntag,
16. März

Baselgia refuormada Scuol
10.00 Uhr
mit Apéro in «Plaz»

«Wer den Tropfen nicht ehrt, ist des Wassers nicht wert»
Die Ethik gibt verschiedene Antworten auf die Frage der Einzelverantwortung des Individuums. Sie wird der Schwerpunkt des Gottesdienstes von Pfarrer Jon Janett sein. Organist Jürg Perron spielt dazu ausgewählte Stücke zum Thema Wasser.

Im Anschluss findet beim Dorfbrunnen in «Plaz» unter der reformierten Kirche die offizielle Eröffnung der 2. UNO-Weltwasserwoche statt.

Alle sind herzlich eingeladen mitzufeiern.

Montag,
17. März

Bogn Engiadina
Sala culturala
20.00 Uhr

«Ohne Wasser wäre Graubünden eine Wüste»
Diskussionsabend mit den Bündner Regierungsräten und kandidierenden Bündner Regierungsräten zum wichtigsten Rohstoff für Graubünden. 

Der Abend wird von Michael Roth, Direktor der Engadiner Kraftwerke EKW, mit einem Input-Referat lanciert.

Im Anschluss treffen wir uns im Restaurant Nam Thai (Bogn Engiadina) zum gemütlichen Ausklang. 

Dienstag,
18. März

Bogn Engiadina
Bewegungsbad
20.00 Uhr

«Marmorera - oder wenn aus blau rot wird»
(ab 16 Jahre gemäss § 14 JuSchG FSK)

Mit «Marmorera» (Stausee am Julierpass) starten wir die Wasser-Filmreihe mit einem Thriller-Film, FSK strikt ab 16 Jahren.
(Bademöglichkeit während der Vorführung)

Im Anschluss treffen wir uns im Hotel Belvèdère (Weinbar) zum gemütlichen Ausklang. 

Mittwoch,
19. März

Hotel Belvair
Barlounge
20.00 Uhr

Generalversammlung der Pro Büvetta Tarasp.
Die Versammlung ist öffentlich.

Hotel Belvair
Barlounge
20.45 Uhr

«Mainstream und oberflächlich vs. Identität und Tiefe»
Gion A. Caminada gehört zu den profiliertesten Architekten unserer Zeit. Er wird referieren und uns im Gespräch auch seine Philosophie über ein Weltwasserzentrum näher bringen.

Im Anschluss gemütlicher Ausklang.

Donnerstag, 20. März

Bogn Engiadina Bewegungsbad
20.00 Uhr

«Scuol liegt am Kongo-Fluss»
Der zweite Filmabend zeigt den von der Helvetas präsentierten Spiel- und Dokumentarfilm «Congo River - Beyond Darkness». Nach dem Film findet die Vernissage zum einmaligen Buch «Inn/En» von Elizaveta Konovalova aus Moskau statt. 
(Bademöglichkeit während der Vorführung)

Im Anschluss treffen wir uns im Nam Thai (Bogn Engiadina) zum gemütlichen Ausklang.

Eintritt: CHF 10.-

Freitag,
21. März

Chasa da scoula
Scuol,
Sala cumünala
20.00 Uhr

«En, tia melodia tant profuonda»
Kultur entsteht da, wo Wasser fliesst. Der Cor viril Engiadina Bassa und der Cor Proget 14 werden einheimische Lieder zum Thema Wasser vortragen.
Kulturwissenschaftler Chasper Pult wird die Brücken zwischen den Wasserliedern schlagen. Restaurations-Betrieb.

Eintritt: Kollekte

Samstag, 
22. März

UNO-Weltwassertag

Chasa da scoula
Scuol, Sala cumünala
20.00 Uhr

«Das blaue Wunder Erde» mit Astronaut Claude Nicollier
Claude Nicollier war der erste Schweizer im All. Nach dem Vortrag wird Nicollier im Gespräch mit Ernst Bromeis u. a. der zentralen Frage nachgehen:
«Gibt es in einer globalisierten Welt eine individuelle Verantwortung - und was kann ich konkret tun?»
Im Anschluss wird Tourismusdirektor Urs Wohler die 2. UNO-Weltwasserwoche 2014 mit einigen persönlichen Gedanken abschliessen.

Die Veranstaltung ist auch für Schülerinnen und Schüler ab der vierten Klasse zur Oberstufe geeignet.

Im Anschluss treffen wir uns in der Wine Lounge des Hotel Belvèdère zum gemütlichen Ausklang der 2. UNO-Weltwasserwoche. 

Weltwassertag 2014 - Wasser und Energie

Am 22. März findet der UN Weltwassertag statt. Im Mittelpunkt steht die gegenseitige Abhängigkeit von Wasser und Energie. Erfahren Sie mehr über die Ziele und Kernbotschaften des Weltwassertages 2014 auf www.unwater.org

Die UNO-Weltwasserwoche 2013 in Bildern

Vortrag Jean Ziegler

Helvetas

Helvetas ist eine der erfahrensten und grössten Entwicklungsorganisationen der Schweiz. Als politisch und konfessionell unabhängiger Verein wird Helvetas von rund 100’000 Mitgliedern und Gönnern sowie 12 ehrenamtlich tätigen Regionalgruppen getragen. Der Schwerpunkt der Tätigkeit von Helvetas liegt in der Projektarbeit im Ausland. In Afrika, Asien, Südamerika und Osteuropa setzt sich Helvetas dafür ein, dass sich die Lebensbedingungen benachteiligter Menschen in ländlichen Regionen verbessern. Die Projekte konzentrieren sich auf die Bereiche Wasser und Infrastruktur (Wasser- und Sanitärversorgung, Brücken und Wege), Landwirtschaft und Markt (Ernährung, Biolandbau und Fairer Handel),Umwelt und Klima (Boden, Wald und Wasser), Bildung (Alphabetisierung und Berufsbildung) sowie Demokratie und Frieden (Menschenrechte und Kultur).

Wir wollen dem Süden eine Stimme geben. Erfolgreiche Entwicklungsarbeit erfordert nicht nur Aktivitäten im Süden, sondern auch Veränderungen im Norden. Als Verein mit breiter Mitgliederbasis engagiert sich Helvetas daher auch im Inland. Mit Informations- und Sensibilisierungsarbeit sowie über die Tätigkeit des FairShops will Helvetas die Schweizer Bevölkerung auf die Lebenssituation und Anliegen der Menschen in Entwicklungsländern aufmerksam machen und sie anregen, das Engagement zugunsten benachteiligter Gemeinschaften im Süden mitzutragen und auf die Entwicklungspolitik der Schweiz einzuwirken.

Mit einem Film wie Congo River – Beyond Darkness wollen wir auch für uns Schweizer und Schweizerinnen fremde Lebensräume ins Zentrum rücken und die reiche afrikanische Kultur aus Entwicklungsregionen zeigen. Im Fall von Congo River ist der Vergleich mit dem Lebensraum rund um den Inn sehr interssant – wie unterschiedlich die beiden Welten entlang dieser unterschiedlichen Flüsse doch sind! Helvetas ist sehr gerne bei dieser UNO-Weltwasserwoche im Engadin dabei. Wasser ist eines unserer zentralen Anliegen.

Bilder Weltwasserwoche 2014

www.flickr.com

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Persönlicher Kontakt

Ernst Bromeis, ernst.bromeis@dasblauewunder.ch
Urs Wohler, u.wohler@engadin.com 

Wasser als Zentrum unserer "DNA"

Urs Wohler 0212  1

Von Urs Wohler, Tourismusdirektor Engadin Scuol Samnaun Val Müstair

Seit 1369 dreht sich im Unterengadin alles rund um das Mineralwasser. Seine touristische Entwicklung verdankt die Region hauptsächlich dem Phänomen, dass in und um Ftan, Tarasp, Scuol und Sent über 20 hochmineralisierte Quellen zu Tage treten. Die verschiedenen hochmineralisierten Wässer fliessen pausenlos und gratis an mehreren Dorfbrunnen in Scuol und können auch im Engadin Bad Scuol und in Trinkhäusern degustiert werden.

Wahrscheinlich hatten sich die Einwohner von Scuol, Tarasp, und Umgebung schlicht an das Mineralwasser gewöhnt: Die zahlreichen Quellen sind es, die vor rund 150 Jahren zur Entstehung grosser Kurhäuser, der Trinkhalle, den ersten Bäderhäusern und Grand-Hotels geführt haben und bereits um 1900 fein betuchte Kurgäste aus aller Welt ins Unterengadin lockten. Man traf sich zum Kuren in der Trinkhalle am Inn, trank unter ärztlicher Aufsicht gemeinsam das richtige Mineralwasser und verbrachte feierliche Tage in den Bergen. Die Spazierwege von der Trinkhalle zurück ins Dorf waren damals noch von Toilettenhäuschen gesäumt, weil das eine oder andere Wasser seinen Geniesser auf dem Heimweg plötzlich mit seiner starken Wirkung konfrontierte. Heute zieren nur noch einzelne Toilettenhäuschen den Weg und die Trinkhäuser sind nicht mehr so rege besucht wie zuvor. Denn der Tourismus löste sich vorübergehend vom Schwerpunktthema „Mineralwasser“, mit dem aufkommenden Berg- und Wintersport gewann die Bergwelt und die intakte Natur und Kultur rund um die Engadiner Dörfer und den Nationalpark an Bedeutung. Dennoch führten die Quellen wie schon bei ihrer ersten Erwähnung 1369 und lange davor, weiterhin pausenlos hochmineralisiertes Wasser und spiesen weiterhin zahlreiche Trinkhäuschen und Brunnen in der Region. Wohl wegen dieser Selbstverständlichkeit vernachlässigte man das Thema und vergass, mit welch kostbarem Bodenschatz man hier lebte. Im Jahre 1993 sorgte der Bau des Bogn Engiadina Scuol dann für den nötigen Aufschwung. Dort, wo das alte Bäderhaus mit seinen Badekabinen und Holzwannen in den achtziger Jahren vor sich hin vegetierte, floriert heute der Wellness- und Gesundheitstourismus wieder und sorgt für eine ausgeglichene Ganzjahresauslastung. Dank der grossen Erneuerung des Bogn Engiadina Scuol im Jahr des Wassers sowie dem verstärkten öffentlichen Interesse besinnt sich die Lokalbevölkerung jetzt wieder mehr auf seinen einzigartigen Reichtum. Der UNO-Weltwassertag vom 22. März machte diesen Schwung deutlich: Zahlreiche Wasserprojekte vom Kaltwassergeysir und dem Mineralwasserweg über die Stiftungsgründung zur Rettung der altehrwürdigen Trinkhalle bis hin zum persönlichen Engagement des Wasserbotschafters Ernst Bromeis für seine Heimat beweisen, dass eine Region, die kostenloses Mineralwasser hat und die Toiletten mit reinem Bergquellwasser spült, aufbricht, um ihr Thema nachhaltig zu besetzen.

Als Wellnessdestination setzen wir alles dran, das Wasser erlebbar zu machen. Das Hauptangebot bildet dabei das Engadin Bad Scuol, und zwar seit 1993  und in der Regel an 365 Tagen im Jahr. Erlebbar wird das Thema für Gäste und Einheimische aber auch in Form von Besuchen der einzelnen Wasser-Attraktionen, geführten Exkursionen, Degustationen und Veranstaltungen. Oder im Winter durch Erlebnisse im Schnee; von perfekten Pisten und Loipen bis zu Schneeschuhwanderungen. Möglich machen dies einerseits die touristischen Unternehmungen, lokalen Veranstalter sowie die touristische Angebotsentwicklung der TESSVM. Andererseits braucht es vor allem das Engagement zahlreicher Personen  und Organisationen, die sich wie die PRO AUA MINERALA und die PRO BÜVETTA TARASP für den Erhalt und die Nutzung der Wasserschätze einsetzen.

Wir können hier nicht weg. Wir wollen hier nicht weg! Den Standort aufgeben und wie unabhängig vom Ort produzierende Firmen den kurzfristig Erfolg versprechenden Rahmenbedingungen nachrennen ist für uns keine Alternative. Wir haben die Chance, unsere Ferienregion Engadin Scuol Samnaun Val Müstair ein Wegstück lang aktiv mitzugestalten, um sie dann der nächsten Generation zu überlassen. Wir sind deshalb der Nachhaltigkeit verpflichtet. Was nicht „enkeltauglich“ ist, schadet oder scheitert. Darum tun wir nichts, was nicht der «DNA» unserer Region entspricht. Nur die eigenen Stärken, Werte und Errungenschaften sind die Basis für künftigen Erfolg. Kopiertes bleibt kopiert. Von einer Kopie gibt es immer ein Original, welches qualitativ besser oder billiger ist. Wir sind verantwortlich, für das, was wir tun und auch für das, was wir nicht tun.

Darum besinnen wir uns wieder oder verstärkt auf das Wasser, welches im Zentrum unserer «DNA» steht. Die 1. UNO-Weltwasserwoche 2013 ist ein weiterer Schritt, damit Gäste und Einheimische in unser Erbe und in unsere Tradition noch tiefer eintauchen können. 

Weitere Infos

Das blaue Wunder
www.dasblauewunder.ch 

Verein Pro Büvetta Tarasp
http://pro-büvetta-tarasp.ch 

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