Der Forschungsprozess

Durch Studium der örtlichen Gegebenheiten an Hand topografischer Karten, Luftbildern, Flurnamenkarten, einschlägiger Literatur und Zeitzeugeninterviews wurden potentielle archäologische Grabungsstätten identifiziert. In rund 20 Sommerwochen „erlief“ sich die Projektgruppe eine gute Kenntnis der Region und konnte so menschliche Hinterlassenschaften finden und aufbereiten.

Weitere Informationen

2007 initiierte die Universität Zürich unter der Leitung von Dr. Thomas Reitmaier das alpine Forschungsprojekt „Rückwege“. Als Untersuchungsregion wurde die bisher weitgehend unbekannte Silvrettaregion ausgewählt. Intensive Vorbereitungen, vor allem durch die fortlaufende Bekanntmachung mit der Region, und die Zusammenarbeit mit Kontakten führten 2010 zu der Lancierung eines Interreg-Projektes zwischen der Schweiz, Österreich und Deutschland.  

Im Frühjahr 2010 und 2011 wurden Grabungskampagnen am Veltliner Hüsli auf der Bieler Höhe (2050 m) durchgeführt. Das Gebäude war aus Schrift- und Bildquellen bereits bekannt und bis ins 18. Jahrhundert als einfache Unterkunft und Wirtshaus bekannt. Mit den Fundstücken konnte man wichtige Details belegen und diese im Verlauf auch publizieren. 

Im Juni/Juli  und im August/September 2010 und 2011 wurde mit Unterstützung von Studenten verschiedener Hochschulen nach weiteren Untersuchungsgebieten gesucht. Als Folge sind nun 200 archäologische Fundstätten in der Silvretta bekannt, die eine Zeitspanne von ca. 11‘000 Jahren alpiner Kulturgeschichte abdecken. 

Zu den Ergebnissen zählt die Erkenntnis, dass Hochteile beidseits der Grenze wiederholt und intensiv vom Menschen begangen und genutzt wurden. Zunächst als Jagdgebiet, später als Alpwirtschaftsregion. Weiterhin ist durch die Fundstätten klar geworden, dass der Aktionsradius der prähistorischen Menschen über die modernen Staatsgrenzen hinaus lief. Zuletzt konnten noch vertiefte Erkenntnisse über Alphütten und deren Nutzung gewonnen werden.  

Quelle: Dr. Thomas Reitmaier, 2012

Projektpartner

Das Projekt Silvretta Historica wurde 2010 als Interreg-Projekt mit Partnern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland lanciert. 

Teilnehmende Projektpartner sind:

- Tourismus Engadin Scuol Samnaun Val Müstair AG
- Hochmontafon Tourism GmbH
- Universität Zürich, Abteilung Ur- und Frühgeschichte
- Universität Konstanz, Zukunftskolleg
- Vorarlberg Illwerke AG

Beteiligte Personen:

- Karsten Lambers (Universität Konstanz)
- Benno Furrer (AlpFutur)
- Michael Kasper (Montafoner Museen)
- Thomas Reitmaier (ehem. Universität Zürich)
- Igor Zingman (Universität Konstanz)
- Edith Hessenberger
- Dieter Petras
- Thomas Kaiser (wortwert)
- Marion Ebster (Projektkoordination)

Veröffentlichungen