Alpgebäude

Sennhuette Alp Urschai  Ftan  c Dr. Thomas Reitmaier

Viele Alphütten wurden vor allem in der Zeit gebaut, als durch eine Zunahme der Bevölkerung auch die Viehwirtschaft zunahm um den Bedarf zu erfüllen. Man stellte fest, dass die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen in dem eng zusammenlaufenden Tal doch begrenzt sind und so das Vieh weiter oben, auf grösseren Flächen weiden muss. Die Alphütten wurde zur Käseproduktion und für Stallungen gebaut, später dann aber als Sennhütte erweitert oder umgebaut. 

 

Das typisches Inventar eine Alphütte bestand aus Folgendem:
1 Eimer, 1 Pfännlein, 1 Schüssel, 1 Löffel, 1 Holzkelle, 1 Teigbrettlein, 1 Säcklein mit Mehl, 1 Sack Salz für Hirten und Vieh, 1 Stuppenbettdecke, 1 Kleid, 1 Wettermantel, 1 Feuerzeug und etwas Holz.

Weitere Informationen

Sennhütte Urezzas (2011 m ü. M.) – 1832 erbaut, wurde diese Sennhütte im Jahr 1903 durch einen Stall erweitert. Sie ist eine seltene und erhalten gebliebene ältere Sennhütte mit quadratischem Grundriss und Walmdach.  Sie stammt aus der Zeit vor dem Aufkommen normierter Bauten. Im Jahre 1909 wurde die Hütte teilweise durch eine Lawine zerstört, aber doch wieder aufgebaut. Nochmals um einen kleinen Pferdestall im Jahre 1916 erweitert, wurde sie zweimalig renoviert: im Jahre 1975 und 2011. 

Im Milchkeller konnte produzierter Käse auf Gestellen kühl gelagert werden. Früher schlief man direkt über den Milchkeller, aber mit dem Anbau des Pferdestalles und dessen Umnutzung 1922 schuf man eine kleine Sennhütte mit Stube, grossem Kajütenbett, sowie Esstisch und Sitzbank. Produzierte Alpprodukte, wie unter anderem Ziegenkäse, verkaufte man direkt. 

Hirtenhütte Urschai (2106 m ü. M.) – 1787 wurde die nun als eine der ältesten Alpgebäude zählende Sennhütte mit Bretterdach erbaut. Im 19. Jahrhundert weideten hier etwa 130 Kühe und 3 Dutzend Mesen, sowie 700 bis 800 Schafe. Die Gemeinden Ardez und Ftan stritten sich wiederholt um den Grenzverlauf zwischen den Alpen Urschai und Urezzas. Um 1900 wurde die Alp dann mal an Tarasp vermietet, bevor es dann im 20. Jahrhundert zur Jungviehalp  wurde. Seit 1991 wird die Alp Urschai zusammen mit der Alp Urezzas sowohl von Ardez als auch Ftan beweidet. 

Quelle: Dr. Benno Furrer (AlpFutur)

Alp Valmala – Die Alp Valmala steht an der Grenze der Gemeinden Ftan und Ardez, direkt am Bergbach Tasnan. Sie wird genossenschaftlich von beiden Gemeinden genutzt. Auf der Alp Valmala wird auch noch gekäst. Was, dass sieht man meistens auf dem Fensterbrett der Hütte stehen: dort wird auf Vertrauensbasis verkauft. 

Alp Laret – Diese Alphütte ist ein Beispiel dafür, dass ab 1939 Alpgebäude nur noch nach Normvorlage erbaut werden. Sennhütte und Ställe sind ordentlich nebeneinander aufgereiht. Die Ställe beidseits der Hütte bieten 132 Kühen Platz. 

1939 wurde in der Sennhütte eine eigens patentieret Installation zum Käsen eingebaut. Die Molke, als Nebenprodukt der Käseherstellung, fliesst durch Rohre direkt in den Schweinestall. Seit 1939 erzeugt ein Generator auch Strom auf der Alp. 

Quelle: Thomas Kaiser, wortwert, Chur. 

Persönlicher Kontakt

Urs Wohler
Direktor
Tel. +41-81-861 88 02
u.wohler@engadin.com 

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Interreg

Auf einen Blick

Hier finden Sie neue Informationen auf einen Blick.

  • Wanderleiter-Schulung August 2013: Zusammen mit Dr. Thomas Reitmaier und Dr. Benno Furrer haben die Wander- und Bergführer der Region Engadin Scuol Samnaun Val Müstair eine Informationsveranstaltung besucht.
  • Neue Publikation: Silvretta Historica - Zeitreise durch die Silvretta (2013)
  • Mehr Informationen zum Ferienort Ftan, besonders im Bezug auf Archäologie und Geschichte, finden Sie in der Ortsbroschüre Ftan
  • Alle wichtigen Ergebnisse finden Sie hier in der Zusammenfassung (PDF) von Thomas Kaiser