Der Mineralwasseraufbereiter

Adrian Taisch

Adrian Taisch – der Mineralwasseraufbereiter
Entspannt auf der Sprudelliege des Aussenbeckens im Bogn Engiadina den Tag ausklingen lassen und den Ausblick auf die Unterengadiner Bergwelt geniessen. Doch was steckt alles dahinter, damit wir diesen Luxus geniessen können? Adrian Taisch nimmt uns mit und gewährt einen Einblick hinter die Kulissen des Mineralbads Bogn Engiadina.

Die stillen Macher im Bogn Engiadina

Adrian arbeitet seit zehn Jahren in der Technik des Bogn Engiadina und ist heute der technische Leiter. Wie er so schön sagt, ist das Technikteam der stille Macher, damit der Badebetrieb einwandfrei gewährleistet werden kann. Es kümmert sich darum, dass die Gäste stets in qualitativ hochwertigem Wasser baden können und die Technik auf dem neuesten Stand bleibt, respektive weiterentwickelt wird. Man merkt sofort, dass Adrian diesen Job nicht nur ausführt, sondern ihn lebt. Er ist fasziniert von der Technik und gibt jeden Tag sein Bestes.

Adrian Taisch – hinter den Kulissen Mineralbad Bogn Engiadina

In die Welt hinaus und wieder zurück

Adrian ist in Scuol aufgewachsen, aber es zog ihn bereits früh in die weite Welt hinaus. Nach seinen Ausbildungen zum Maschinen- und Elektromechaniker arbeitete er 6 Jahre auf Montage in Ländern wie der USA, Mexiko und anderen. Vor allem die Sprache und Kultur der fremden Länder faszinierten Adrian Taisch.  

2006 zog er mit seiner Familie wieder nach Scuol. Dies war eine Herausforderung für die ganze Familie, sich wieder den typisch schweizerischen Gegebenheiten anzupassen. Seine Freizeit verbringt er vorwiegend draussen, da er während der Arbeit, die meiste Zeit ohne Tageslicht auskommen muss. Auch hier spielt das Thema Wasser die Hauptrolle.  Sei es beim Segeln, beim Fischen oder auf dem Schnee beim Skifahren.

Ferientipp «Blick hinter die Kulissen»

 

Der Treffpunkt ist in der Eingangshalle des Bogn Engiadina mit Blick auf die Bäderlandschaft. Adrian klärt uns gerade auf, wieso es sich hier um ein Mineralbad und nicht um ein Thermalbad handelt: weil das Wasser mit weniger als 20 Grad aus den Quellen austritt. Danach geht es zwei Stockwerke tiefer ins Reich von Adrian. Auf rund 1‘600 Quadratmeter verteilt sich die Technik und im ganzen Gebäude gibt es über 500 km Rohrleitungssysteme. Hier erfährt man wie das Wasser in die Becken gelangt und welche technischen Mittel dafür eingesetzt werden.

Adrian mag diese Führungen, dies merkt man auch an seinem Engagement. Sie sind eine willkommene Abwechslung zu seinem Arbeitsalltag. Je nach Gruppe und Teilnehmer ergeben sich oft sehr interessante Gespräche. Die öffentliche Führung findet jeweils am Dienstag von 16.00 bis zirka 17.30 Uhr statt. Ein Badebesuch vor- oder nach der Führung ist natürlich ein Muss. PS: Die längste Führung dauerte gute drei Stunden, also genügend Zeit einplanen 😉.

 

Ferientipp: Blick hinter die Kulissen des Mineralbads Bogn Engiadina

Von der Quelle ins Becken

Sämtliche Becken, ausser das Sole- und die Kaltwasserbecken, werden mit reinem Mineralwasser gefüllt, welches aus den Quellen rund um Scuol stammt. Das Wasseraufbereitungsverfahren besteht aus mehreren Stufen.

Das Mineralwasser fliesst je nach Jahreszeit mit 5 bis 11 Grad von den Quellen ins Bogn Engiadina. Das Frischwasser wird nun entmineralisiert und auf ca. 20 Grad mittels einer Luftwärmepumpe vorerwärmt. Anschliessend gelangt es in einen Sandfilter. Hier wird es mechanisch gereinigt und Feststoffe werden dabei entfernt. Der nächste Schritt ist die Ozonstufe. Das Ozon wird im Haus hergestellt und dem Wasser beigefügt, um es zu reinigen und zu desinfizieren. Danach fliesst das Wasser in den Aktivkohlefilter, um das Ozon zu neutralisieren. Erst nach all diesen Schritten gelangt das aufbereitete Badewasser in die Becken.

«Überschüssiges Wasser», zum Beispiel Spül- und Duschwasser, gelangt ins Rückgewinnungsbecken, wo die Restwärme entnommen wird. Erst danach fliesst dieses Wasser in die Kläranlage der Gemeinde.

Blick Hinter die Kulissen

Gegen Ende der Führung kommt man bei der Anlage vorbei, wo das Mineralwasser eingespiesen wird. Hier fliesst Mineralwasser von vier verschiedenen Quellen (Sotsass, Vi, Tulai und Chalzina) in die Becken. Selbstverständlich können wir das Mineralwasser auch gleich ab dem Hahn degustieren.

Was das Mineralwasser «anrichtet» zeigt das Bild unten rechts. Dies sind Ablagerungen, welche beispielsweise in Rohren entstehen. Kunststudierende interessieren sich regelmässig für diese Schätze. Das Mineralwasser kann an der Trinkstation in der Eingangshalle sowie in der Saunalandschaft des Bogn Engiadina ebenfalls degustiert werden.

Nachhaltigkeit

Bereits in der Planungs- und Bauphase wurde Wert auf einen energiesparenden Betrieb gelegt. Ungefähr 50 Prozent des Energiebedarfs kann durch die Geothermieanlage und die Wärmerückgewinnung gedeckt werden. Der Rest wurde nach Bedarf über eine Ölheizanlage gedeckt. Das Herzstück des Heizsystems ist diese Geothermieanlage mit 6000 Meter Erdsonden, sie gehört zu den grösseren in Europa.

Während drei Jahren (2017 – 2019) wurde das Energie-Sanierungskonzepts umgesetzt. Dabei wurde zur Regeneration der Erdsonden auf dem Dach ein Aussenluftkühler installiert. Mit diesem kann in warmen Monaten überschüssige Wärme wieder ins Erdreich zurückgeführt werden. Weiter wird vor allem mit der Wärmerückgewinnung gearbeitet und wo möglich die Abwärme aus Abluft, Wasser, Maschinen sowie Anlagen genutzt. Zwei starke Industrie-Wärmepumpen mit je 320 KW helfen den Wärmekreislauf aufrecht zu erhalten.

Zudem pflegt das Bogn Engiadina einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und dem Einsatz energieeffizienter Produkte entlang der ganzen Wertschöpfungskette. Für ein optimales Energie- und Ressourcenmanagement werden die Maschinen und Anlagen kontinuierlich vernetzt. Eine hochintelligente, elektronische Steuerungs- und Automatisierungstechnik überwacht und steuert dabei die verschiedenen Komponenten. Erst dieses perfekte Zusammenspiel ermöglicht eine solch erfreuliche Energieeinsparung.

Technische Fakten

Energiesanierungskonzept: Das dreijährige Energiesanierungskonzept wurde im 2019 abgeschlossen

  • Aussenluftkühler 
  • Fortluftregister der Lüftungsanlagen
  • Kalt- und Abwasser-Wärmerückgewinnung
  • Teilabsenkung Wasserspiegel Panoramabecken über Nacht

Wassereinsparungen: Seit der Eröffnung des Bogn Engiadina im Jahr 1993 konnte der Wasserverbrauch um jährlich 20‘000 m3 reduziert werden.  Mit diesem Wasser könnten sämtliche Becken im Bogn Engiadina 28 Mal gefüllt werden.

  • Neue Duschköpfe
  • Optimierung der Betriebszeiten
  • Anpassungen Reinigungsmodus

Heizöleinsparungen: Nach der Sanierung 2017 – 2019 konnte der Heizölverbrauch um jährlich 135‘000 Liter reduziert werden. Mit diesen könnten 45 Einfamilienhäuser ein Jahr lang beheizt werden.  

Stromeinsparungen: Rund 485‘000 KWh pro Jahr können nun dank der Sanierungsmassnahmen eingespart werden. Damit könnte ein Atomkraftwerk für 30 Minuten vom Netz genommen werden.  LED-Beleuchtung im ganzen Gebäude

  • LED-Beleuchtung im ganzen Gebäude
  • Effizientere Elektromotoren der Pumpen
  • Frequenzumformer
  • Optimierung der Betriebszeiten

«Cause We Care»: myclimate «Cause We Care» ist eine Initiative für Klimaschutz und nachhaltigen Tourismus in der Schweiz. Das Bogn Engiadina ist seit 2018 Partner und hatte währenddessen 1263 klimaneutrale Buchungen, 22 Tonnen kompensierte CO2-Emissionen und rund CHF 2‘000 jährlich für die lokale Nachhaltigkeit mobilisiert (Stand Dezember 2019).

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