Medienmitteilung 29.8.2026
Erfolgreiche Jubiläumsausgabe: Der 25. Nationalpark Bike-Marathon begeistert
Text: Martin Platter und TESSVM
Fotos: Martin Platter und Dominik Täuber
Die Königsdistanz des Nationalpark Bike-Marathons über 141 Kilometer und 3848 Höhenmeter mit Start und Ziel in Scuol wurde durch frühe Vorentscheidungen und klare Siege geprägt. Es gewinnt zum zweiten Mal nach 2020 Martin Fanger, vor Urs Huber und Frans Claes. Bei den Frauen ist Europameisterin Anna Weinbeer die Schnellste vor Alessia Nay und Maria Cristina Nisi.
Im Rennen der Männer fiel die Entscheidung auf der Vallader-Strecke (141 km) nicht erst wie vorher oft in der zweiten Rennhälfte am Chaschauna-Pass, der mit 2700 Metern über Meer das Haupthindernis der Runde darstellt. Der Gravel-Spezialist Felix Stehli griff bereits in der Abfahrt ins Val Müstair bei ca. km 40 an und löste so die spätere Spitzengruppe aus. Urs Huber vermochte sofort nachzusetzen, Martin Fanger und Pascal Kiser folgten zunächst mit etwas Abstand, ebenso Frans Claes. In der folgenden Steigung hinauf nach Döss Radond zogen dann Fanger und Huber ihrerseits das Tempo an und setzten sich ab.
Gemeinsam fuhr das Spitzenduo durchs wunderbare Val Mora, das dank Königswetter einmal mehr ein ganz besonderes fahrerisches und pittoreskes Erlebnis war. Am folgenden Alpisella setzte sich dann wiederum Fanger von Huber ab und baute seinen Vorsprung auf Huber bis ins Ziel auf 6:11 Minuten aus. Fanger absolvierte die anspruchsvolle Runde um den Schweizerischen Nationalpark in einer Zeit von 5:35:16 Stunden. Dritter wurde der Belgier Frans Claes, der in der Steigung zum Chaschauna-Pass noch zu Stehli aufschloss und diesen zu distanzieren vermochte. Auf der Abfahrt nach Zernez kam es aber nochmals zum Zusammenschluss zwischen Stehli und Claes. Eine Zeit lang fuhr das Duo mit vereinten Kräften durchs Unterengadin. Erst als der Trail Richtung Lavin wieder anstieg, setzte sich Claes ab und sicherte sich – trotz Wespenstich in die Oberlippe – noch den dritten Platz vor Stehli.
Fanger, der in der Vorwoche bereits den Grand Raid BCVS vor Huber gewonnen hatte, zeigte sich sehr zufrieden ob seines neuerlichen Exploits: «Als Stehli angriff, habe ich nachgesetzt. Danach wusste ich um meine Stärke am Berg und habe einfach mein Tempo durchgezogen.» Urs Huber, für den es der letzte Renneinsatz als Elitefahrer auf der Langdistanz war, hatte lobende Worte für Fanger: «Martin ist einmal mehr stark gefahren. Ich bin 15 Kilo zu schwer für den Chaschauna-Pass, an dem ich einmal mehr gelitten habe. Danach habe ich mich auf die Rückfahrt nach Scuol gefreut, die ja mehrheitlich bergab geht. Aber es blies Gegenwind. Deshalb habe ich mich nach hinten abgesichert, dass mein Vorsprung nicht kleiner wird, was mir gut gelungen ist. Das war der 22. Podestplatz bei 23 Starts. Ich denke, auf die Bilanz darf ich stolz sein.» Frans Claes war happy, dass er trotz Wespenstich den Podestplatz erreichen konnte. «Ich bin allergisch auf Insektenstiche. Deshalb ist das nicht selbstverständlich», sagte der in Gunten wohnende Belgier.
Bei den Frauen zeigte Europameisterin Anna Weinbeer eine starke Leistung. Sie setzte sich direkt nach dem Start vom Rest ihrer Konkurrentinnen ab und feierte mit einer Zeit von 6:28:18 Stunden einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Den zweiten Platz sicherte sich Alessia Nay mit einem Rückstand von 40:42 Minuten, die mit diesem Resultat ihre Führung im Gesamtklassement der Bike Marathon Classics nochmals verteidigen konnte. Als Dritte komplettierte die Italienerin Maria Cristina Nisi mit 53:42 Minuten Rückstand das Podest der Frauenkategorie.
Auf ihre Eindrücke angesprochen, sagte Anna Weinbeer im Ziel: «Der Nationalpark-Marathon ist tückisch. Du fährst durch die wunderbare Landschaft und wirst von der beeindruckenden Kulisse eingelullt. Da verliert man gerne die Konzentration oder vergisst zu trinken. Insgesamt ist das Rennen schon hart, vor allem am Chaschauna. Aber das habe ich erwartet – und wurde nicht enttäuscht.» Nicht ganz zufrieden war Alessia Nay, die einzige Bündnerin auf dem Langdistanz-Podium. Sie sagte: «Es ist nicht schlecht gelaufen. Ich brauchte etwas Zeit, bis ich ins Rennen kam. Bergauf hatte ich einen Zweikampf mit Maria (Nisi), den ich bergab aber wieder für mich entscheiden konnte. Mit dem zweiten Platz kann ich leben, aber ich hätte gerne den Rückstand auf Anna geringer gehalten.»
Auf der kürzeren 107-Kilometer-Jauer-Strecke mit Start in Fuldera setzten sich bei den Männern der Italiener Kevin Pellegrini in 4:43:03 Stunden und bei den Frauen die Romande Elodie Python, die damit ihre Leader-Position in der Bike Marathon Classic festigt. Timé Liechti bleibt trotz Abwesenheit Bike-Marathon-Classics-Leader bei den Männern auf der Mitteldistanz.
Zum Jubiläum wurde die Stafetta einmalig wieder angeboten: Die Teamstaffel als Zweier- oder Viererteam auf der 141 km langen Vallader-Strecke. Bei der Viererstafette siegte das einheimische AMAR-Team. Die beiden ehemaligen OK-Präsidenten Urs Wohler und Claudio Duschletta zusammen mit den beiden ehemaligen Rennleitern Flurin Bezzola und Daniel Koller nutzen die Möglichkeit uns traten gemeinsam als Viererstafette an und beendeten das Rennen auf Rang 5. Die Zweiterstafette absolvierte das Oberengadiner-Team Bernina Sport am schnellsten.
Die schnellsten Engadiner
Bei den Damen schaffte es Rahel Blättler aus Scuol auf den 6. Gesamtrang bei der Gesamtdistanz über 141 Kilometer. Michael Müller fährt für das Nationalpark Bike-Marathon-Team und wurde in der Gesamtwertung 18. Tinetta Thanei siegte in der Kategorie Damen Fun auf der Jauer-Strecke. Andrea Franco Stöhr aus Bever wurde bei den Herren über die gleiche Strecke 3.
Eine würdige Jubiläums-Ausgabe
Bereits am Vortag des Rennens sorgte ein schönes Rahmenprogramm für einen gelungenen Anlass. Bereits zum 10. Mal fand am Freitagabend das Kids Race mit über 60 teilnehmenden Kindern statt. Die Streckenbesichtigung führte der ehemalige Mountainbikeprofi Thomas Litscher an.
Die zahlreichen positiven Rückmeldungen und die beeindruckende Atmosphäre entlang der Strecke sorgen für eine erfreuliche Bilanz. OK-Präsidentin Chantal Mayor ist sehr zufrieden mit dem Verlauf des Rennwochenendes. «Das Rennen verlief ohne grössere Probleme. Mit über 1700 Anmeldungen sind wir in diesem Jahr der grösste Bike-Event der Schweiz. Ein grosses Dankeschön gilt den über 500 Voluntaris: Der Anlass wird getragen von einer grossen Unterstützung in der Region, aber auch von den Hauptsponsoren Coop, Bezzola Denoth, Graubündner Kantonalbank und ÖKK und den zahlreichen weiteren Sponsoren.»
Nach dem Rennen fand die Party zum 25-Jahr-Jubiläum in der Gurlaina-Halle mit rund 1600 Besuchern statt. Zunächst sorgte die Rümli Gäng aus Ardez für eine gute Stimmung, bevor die Stubete Gäng die Eishalle einheizte und den musikalischen Höhepunkt des Jubiläums setzte.
Medienkontakte
Chantal Mayor, OK-Präsidentin
Tel. +41 81 861 88 14
c.mayor@engadin.com
Bernhard Aeschbacher, Direktor TESSVM
Tel. +41 81 861 88 32
b.aeschbacher@engadin.com