Eine Kultur für die Ewigkeit
Engadinerhäuser & Sgraffiti
Das Engadinerhaus
Typisch für das Engadinerhaus sind die massiven, oft mit Sgraffito verzierten Steinmauern, die tiefen Fensterfluchten, der Erker und die beiden Eingangstore im Sulèr und der Stall an der Stirnseite. Das Engadinerhaus wird selten als Einzelbau wahrgenommen, sondern steht meist im Zusammenhang mit den umliegenden Häusern. Als die Engadiner Dörfer in diversen Kriegen dem Erdboden gleichgemacht und danach wieder aufgebaut wurden, rückten die Häuser immer näher zusammen. Um sich besser verteidigen zu können und mehr Sicherheit zu haben, wurden die Dörfer so eng wie möglich gebaut. Seither stehen die einzelnen Häuser einander zugewandt um kleine Plätze mit Brunnen in der Mitte. Sie sind dem Dorfplatz oder der Strasse zugewandt und nicht der Sonne.
Der Aufbau
Das Haus besteht aus einem Wohn- und einem Wirtschaftsteil (Stall, Scheune), die hintereinander liegen. Der Wirtschaftsteil mit dem Heuboden ist meist nach Süden ausgerichtet, damit das Heu gut trocknen kann und so Heustockbrände vermieden werden. Die typischen vertikalen Holzwände sind mit Lüftungsschlitzen versehen, die eine gute Durchlüftung des Heus gewährleisten. Die massiv wirkenden Steinhäuser sind im Kern meist Holzhäuser. Die aus Holzbalken errichteten Wände wurden erst nach dem Trocknen des Holzes mit einer Mantelmauer versehen. Ihre Dicke ist an den tiefen, trichterförmigen Fensternischen zu erkennen.