Medienmitteilung 26.10.2026
Erstmals Jahrestagung der Bergsteigerdörfer in der Schweiz
Frisch verschneite Bergspitzen und herbstlich gefärbte Wälder bildeten vom 23. bis 25. Oktober 2026 in Lavin die Kulisse für die 18. Jahrestagung der Bergsteigerdörfer.
115 Vertreterinnen und Vertreter aus 30 verschiedenen Bergsteigerdörfern aus Slowenien, Deutschland, Österreich, Südtirol, Italien und der Schweiz kamen im Unterengadin zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam über die Zukunft der alpinen Regionen nachzudenken. Im Zentrum der dreitägigen Tagung stand das Thema «Wasser schützen, nutzen und erleben».
Obwohl die Schweiz als Wasserschloss Europas gilt, sind Trockenheit und Wasserknappheit gerade in inneralpinen Trockentälern wie dem Unterengadin seit jeher eine Herausforderung. Der Klimawandel verstärkt die Notwendigkeit, Wasser bewusst und nachhaltig zu nutzen. Gleichzeitig ist Wasser ein wichtiger Teil der regionalen Identität und des touristischen Angebots – nicht zuletzt dank der Mineralquellen des Unterengadins.
Den Einstieg bildete das Referat von Arno Kirchen und Angelika Abderhalden zum integralen Einzugsgebietsmanagement (IEM) im Unterengadin. Dabei geht es darum, die unterschiedlichen Ansprüche an das Wasser gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren abzuwägen und aufeinander abzustimmen. Dieser Prozess erfordert Zeit und Vertrauen, kann aber auch Synergien schaffen: So kann beispielsweise eine Wasserleitung im Sommer die Alpwirtschaft versorgen und im Winter dem Skitourismus dienen.
Einen Perspektivenwechsel bot das Referat von Ernst Bromeis. Wasser verbindet, kennt keine Grenzen und ist zugleich eine begrenzte Ressource. Am Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein steht das erste Haus des Wassers, gegründet von Graubünden Wasser. Es soll dazu beitragen, das Bewusstsein für die Bedeutung des Wassers zu stärken.
In den Workshops diskutierten die Teilnehmenden, wie Wasser gerecht verteilt und in Betrieben sparsamer genutzt werden kann. Sie degustierten Mineralwasser und entwickelten Ideen für Wassererlebnisse, die Einheimische und Gäste für diese wertvolle Ressource sensibilisieren. Exkursionen führten zu verschiedenen Schauplätzen des Wassers im Unterengadin. Im Fokus standen der Umgang mit Wasser auf Berghütten, lebendige Quellen, die Renaturierung von Mooren und geologische Besonderheiten. Auch die Bedeutung der Dorfbrunnen als Orte der Versorgung und Begegnung wurde thematisiert.
Während der Tagung hielten die Teilnehmenden im «Fluss der Gedanken» ihre Fragen und Ideen fest. Eine davon lautete: «Gehört das Wasser daheim wirklich mir?» Die Frage verdeutlicht, wie wichtig es ist, den eigenen Umgang mit Wasser und die Ansprüche an diese Ressource immer wieder zu hinterfragen. Der Inn fliesst unterdessen weiter durchs Unterengadin – als Erinnerung daran, dass Wasser ständig in Bewegung ist und uns alle verbindet.
Lavin, Guarda & Ardez als Gastgeber
Die Bergsteigerdörfer sind eine Initiative der Alpenvereine und setzen sich für einen naturnahen, nachhaltigen Tourismus sowie den Erhalt der alpinen Natur- und Kulturlandschaft ein. Europaweit gehören mittlerweile 43 Dörfer zur Initiative, fünf davon in der Schweiz.
Mit Lavin, Guarda & Ardez durfte erstmals ein Schweizer Bergsteigerdorf die internationale Jahrestagung ausrichten. Die Festveranstaltung, die Vorträge und Workshops fanden in Lavin statt, während die Exkursionen und Wanderungen vor allem rund um Guarda und Ardez führten. Die Gäste verbrachten abwechslungsreiche Aufenthaltstage in den Gastbetrieben der Gemeinden Zernez und Scuol.
Die Begegnung zeigte, wie wichtig der grenzüberschreitende Austausch ist, um gemeinsame Herausforderungen anzupacken und voneinander zu lernen. Drei Tage voller Begegnungen, Naturerlebnisse und fachlicher Impulse machten deutlich: Der Schutz der alpinen Lebensgrundlagen gelingt am besten gemeinsam.
Medienkontakt
Gerald Burger, Destinationsentwicklung - Standortleiter Val Müstair
Tel. +41 81 861 88 21
g.burger@engadin.com
Bernhard Aeschbacher, Direktor TESSVM
Tel. +41 81 861 88 32
b.aeschbacher@engadin.com