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Snowboard Weltcup in Scuol: «Schweizer Medaillen sind realistisch»

Nevin Galmarini FIS Snowboard Weltcup Scuol
Olympiagewinner Nevin Galmarini sagt, weshalb Junge im Rennen gefährlich sind, wen er im Schweizer Team auf dem Podest sieht und wie sich Coolness trainieren lässt. 

Am 10. Januar duellieren sich in Scuol die Besten im Snowboard Alpin. Wer aus der Schweiz hat Chancen auf das Podest?
Bei den Männern kann Dario Caviezel jederzeit gewinnen. Die Frauen sind breiter aufgestellt. Mehrere können im Weltcup abliefern. Meine Favoritin ist Julie Zogg. Medaillen sind immer möglich!

Die Duelle im Parallelslalom sind spektakulär und gnadenlos: Nur wer vier Läufe in Serie gewinnen, holt den Sieg. Wer schafft das?
Jemand mit der Erfahrung und Coolness, konstant die bestmögliche Fahrt zu zeigen.

Fit und schnell sein reicht nicht?
Speed ist die Basis, für den Erfolg muss aber vieles zusammenspielen. Was tun Gegnerin oder Gegner, welche Taktik passt, was sagt das Team über die Piste? Es ist komplex – und deshalb gefährlich, gegen Junge zu fahren.

Weshalb?
Junge geben gerne Vollgas und riskieren alles. Wenn das aufgeht, wird es für gestandene Profis eng. Volles Risiko führt aber selten ins Finale.

VISA FIS Snowboard Weltcup Scuol 2026

Live vor Ort

  • Erleben Sie das Rennspektakel direkt vor Ort: Das Zielgeländer befindet sich bei der Bergstation Prui, einfach zu erreichen mit dem Sessellift ab Ftan.
  • Qualifikation von 9 bis 11 Uhr, Finale von 13 bis 15 Uhr, anschliessend Siegerehrung. 
  • Der Zugang zum Rennen ist kostenlos.
  • Komfortables Erlebnis: Mit dem VIP-Ticket sind Speisen und Getränke im Hospitality-Bereich inklusive.

Wie trainiert man Coolness?
Ich übte, auch unter Druck smart zu fahren. Ich wollte mich nicht nur auf das fahrerische Können verlassen. Dafür löste ich während Trainingsläufen auch mal Rechenaufgaben, legte mir parat, wann ich wie reagieren werde. Das Ziel ist, in jeder Situation bewusst zu entscheiden.

Wie hat sich das Material entwickelt?
Heute fahren sich die Bretter viel ruhiger als früher. Die Bindung ist wie beim Renn-Ski auf einer Platte montiert. Diese ist nicht starr mit dem Brett verbunden. Dadurch biegt sich das Brett in Kurven gleichmässig durch und fährt wie auf Schienen.

Macht Rennmaterial auch in der Freizeit Spass?
Das Plattensystem ist anfangs sehr ungewohnt, doch auf einem Carving-Brett macht es schnell enorme Freude. Rennbretter mit ihren grossen Kurvenradien würde ich jedoch nicht empfehlen.

Wenn der Startschuss zum VISA FIS Snowboard Weltcup startet: Worauf bist du als ehemaliger Olympia-Sieger am meisten gespannt?
Ich bin auf drei Ebenen ziemlich angespannt: Als OK-Mitglied ist mir sehr wichtig, dass alles funktioniert und die Athletinnen und Athleten zufrieden sind. Dann hoffe ich auf gutes Wetter. Das ermöglicht eine gute Piste und faire Rennen. Und als absoluter Fan des Schweizer Teams hoffe ich natürlich, dass unsere Fahrerinnen und Fahrer abräumen.

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Nevin Galmarini FIS Snowboard Weltcup Scuol
Gewann 2018 Gold an den Olympischen Winterspielen: Nevin Galmarini, Alpin Snowboarder und OK-Mitglied des FIS Weltcup in Scuol.

Olympiagewinner, OK-Mitglied und Carving-Coach

Nevin Galmarini hat an den Olympischen Winterspielen Silber und Gold gewonnen und 2017/2018 im Parallel und Parallel-Riesenslalom die Weltcup-Gesamtwertung geholt. Als OK-Mitglied des VISA FIS Snowboard Weltcup in Scuol vertritt er die Interessen der Athletinnen und Athleten. 
Sein Wissen und Können auf dem alpinen Snowboard gibt er im Carving Camp in Scuol weiter. 

Infos Carving Camp 6. bis 12. April 2026

Aus dem Unterengadin stammen mit den Mosca-Brüdern zwei Weltmeister, du hast den Gesamt-Weltcup und Olympia-Silber- und Gold nach Ardez gebracht. Wieso ist die Region so stark im Snowboard Alpin?
Im Unterengadin ist Sport wichtig. Das war ein Grund für meine Eltern, hierher zu ziehen. Für mich war die Sportförderung am Hochalpinen Institut Ftan (HIF) absolut entscheiden. Dort ging ich sechs Jahre ins Sportgymnasium und war im damals besten Programm in der Schweiz, dem SNAF. Das stand für «Snowboard, Nordisch, Alpin und Fun». Das HIF und SNAF waren die Basis für meine Erfolge.

Wie sieht es heute aus?
Aus dem SNAF entstand der Skisport Förderverein Regiun Parc Naziunal, wobei ich lieber vom Schneesport Förderverein rede (grinst). Das Ziel ist, dem Nachwuchs eine professionelle Struktur zu bieten, die maximal 2000 Franken pro Jahr kostet. Davon profitieren derzeit 47 Jugendliche im Biathlon, Freeski, Langlauf, Ski Alpin und Snowboard.

Wenn sich Junge für den Sport interessieren: welchen Weg empfiehlst Du dem Nachwuchs?
Unbedingt ausprobieren! Es gibt von Swiss Snowboard Starter Days. Und die Community ist klein, aber zugänglich. Wer jemanden mit einem Alpin Snowboard sieht: einfach anhauen und fragen, was man wissen will. Und in Scuol gibt es das Carving Camp, wo ich mein Wissen weitergebe.

Dario Caviezel FIS Weltcup Scuol Alpin Snowboard

Saisonhighlight in Scuol

Höhepunkt für Profis und Publikum: Wenn am 10. Januar 2026 die Besten im Snowboard Alpin aus dem Startblock schiessen, ist für Spektakel gesorgt. Im Kampf um das Weltcup-Podest geben die Athletinnen und Athleten alles. Die Duelle am VISA FIS Snowboard Weltcup erleben die Zuschauerinnen und Zuschauer hautnah mit: Das Zielgelände am Prui-Hang ist mit dem Sessellift ab Ftan bequem erreichbar. Alternativ gelangen Sie ab Scuol über die Bergstation Motta Naluns und den Panoramaweg (ca. 40 min. zu Fuss) ans Rennen. Und am Abend begeistert die Robbie-Williams-Show von Dan Budd das Partyvolk im Club Stüva in Scuol.

Einen Monat nach dem Weltcup in Scuol finden im nahe gelegenen Livigno die Olympischen Winterspiele statt. Welchen Einfluss hat das auf das Rennen am 10. Januar?
Einige Profis sind noch nicht nominiert und brauchen Weltcup-Punkte, um an die Spiele zu kommen. Und Finalläufe sind besser als jedes Training. Die Athletinnen und Athleten geben entsprechend Vollgas. Das Niveau wird hoch sein.

Wo steht das Schweizer Team hinsichtlich der Olympischen Spiele?
Medaillen sind realistisch. Das haben die 4. Plätze an der WM 2025 gezeigt.

Im Januar 2027 feiert das Rennen in Scuol das 10-Jahr-Jubiläum. Was dürfen wir erwarten?
Hoffentlich beste Bedingungen und super Läufe – und auf das Jubiläumsrennen freue ich mich. Für Details ist es jedoch noch zu früh.