Die Mineralwasser-Kennerin

Marianna Sempert

Frisches Mineralwasser aus dem Dorfbrunnen.
Als Marianna vor knapp 33 Jahren das erste Mal in Scuol ankam, hatte sie sofort das Gefühl von Heimat. Marianna verrät, was sie ins Unterengadin verschlagen hat, wieso sie nicht mehr von hier weg will und wie sie sich als Deutschschweizerin im Übersetzungsbüro der Gemeinde Scuol integriert hat.

Von der Bäderstadt ins Quellenparadies

Aufgewachsen ist Marianna in der Nähe der Bäderstadt Baden. Als Geigenlehrerin und Musikerin in verschiedenen Ensembles war sie immer viel unterwegs. Bereits als Kind war sie mit ihrem Vater viel in den Bergen am Wandern. Als die Musikschule Engiadina Bassa Val Müstair eine Geigenlehrerin suchte, war für sie klar, hier bewerbe ich mich.  

Bereits als ich in Scuol für das Vorstellungsgespräch ankam, verspürte ich ein Gefühl von Heimat. Hier bin ich angekommen und will für immer bleiben.

Marianna Sempert

Auf einem Spaziergang in Scuol.

Als Deutschschweizerin im Sprachbüro Scuol

Die romanische Sprache faszinierte Marianna schon früh. Mit 20 Jahren hat sie sich entschieden, Romanisch zu lernen. Ausgerüstet mit einem Lehrbuch, hat sich Marianna nach und nach die Sprache angeeignet. Nach dem Umzug ins Engadin intensivierte sie das Lernen und konnte das Gelernte gleich bei der Arbeit als Sekretärin des Gemeindepräsidenten umsetzen. Seit dem Wechsel ins Sprachbüro befasst sie sich mehr mit Fachtexten, wie beispielsweise beim Überarbeiten und Übersetzen von kommunalen Gesetzen.

Ich schreibe sehr gerne Abstimmungsbotschaften, da ich verantwortlich bin, dass diese gerne gelesen und angeschaut werden und bin dann stolz, das Büchlein in der Hand zu halten.

Marianna Sempert

Marianna Sempert arbeitet bei der Gemeinde Scuol als Übersetzerin.

Faszination fürs Thema Mineralwasser

Ihre Stelle bei der Gemeinde ist auch daran mitschuldig, dass Marianna so fasziniert ist von den Scuoler Mineralquellen und deren Geschichte. Der Gemeindevorstand wollte den Zustand der Quellen und der Fassungen, die über 100 Jahre alt waren, analysieren und Marianna durfte bei den Begehungen mitgehen. Zudem war sie Vorstandsmitglied bei der Stiftung «Pro Aua Minerala», welche sich für die Erhaltung und Förderung der Mineralquellen sowie deren Umgebung einsetzt.

Marianna Sempert in ihrer Wahlheimat dem Engadin.

Ihre Lieblingsquelle: San Jon Dadaint

Die San Jon Dadaint Quelle hat etwas ganz Spezielles für Marianna. Sie besteht aus einem grossen, treppenförmigen Kalktuff und erst ganz oben ist der Tümpel mit dem Mineralwasser sichtbar. Dieser Ort mitten im Wald ist ihr Kraftort und sie zeigt diesen gerne auch ihrem Bekanntenkreis. Zudem kann dort immer Neues entdeckt werden. Es sollen sich ab und zu sogar die Hirsche dort im Schlamm wälzen.

Im Wald hat Marianna ihren persönlichen Kraftort gefunden.

OL zum Ausgleich und neue Orte entdecken

Als Ausgleich zur Büroarbeit ist Marianna an Orientierungsläufen in der ganzen Schweiz unterwegs. Sie ist fasziniert von diesem Sport und will diese OL-Euphorie weitergeben. Sie geniesst die Momente «alleine» im Wald, hört dem Zwitschern der Vögel zu und vergisst ab und zu, dass sie einen Posten am Suchen ist. Zudem lernt sie durch die OL-Läufe immer wieder neue Orte kennen, die sie sonst nie besucht hätte.

Früher hatte ich eine schlechte Orientierung und habe mich oft verlaufen. Nun versuche ich jedes Mal, die Posten noch eleganter zu finden.

Marianna Sempert

Marianna ist begeisterte Orientierungsläuferin.

Video: ON AIR Production AG

Bilder: Mayk Wendt

Text: Miriam Werren

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